Spielbericht – …und täglich grüßt das Murmeltier

Liverpool verspielt komfortable Führung 

Was war denn da am Dienstag los? Drei Tore Vorsprung und dann Totalausfall.
Sevilla zeigt Charakter und kämpft für seinen Trainer.
Wir blicken zurück auf einen Abend den wir nicht so schnell vergessen werden…

(Credit: Pic by LFC_Deutsch @ Twitter)

FC Sevilla – Liverpool FC 3:3 (0:3)
39.495 Zuschauer

Tore:

0:1 Roberto Firmino (Vorlage Wijnaldum, (2.)
0:2 Sadio Mané (Firmino, (22.)
0:3 Roberto Firmino (30.)
1:3 Wissam Ben Yedder (Banega, 51.)
2:3 Wissam Ben Yedder (Foulelfmeter, Ben Yedder, 60.)
3:3 Guido Pizarro (90.+3)

Aufstellung:

Coach Jürgen Klopp nahm im Vergleich zum 3:0 gegen Southampton nur zwei Änderungen vor. Loris Karius stand wie erwartet im Tor und auf der rechten Abwehrseite kam Joe Gomez wieder zurück ins Team. Ansonsten vertraute der Trainer der Elf, die am Samstag überzeugend gewonnen hatte. Noch keinen Platz im Kader gab es für Adam Lallana, der mit der Mannschaft nach Spanien gereist war, das Geschehen aber von der Tribüne verfolgen musste.

Spielverlauf:

Die Jungs legten einen Traumstart hin und gingen in der zweiten Spielminute in Führung. Nach Ecke von Phil Coutinho verlängerte Gini Wijnaldum den Ball am kurzen Pfosten und Bobby Firmino vollstreckte aus kurzer Distanz zum 1:0. Sevilla ließ sich davon aber nicht beeindrucken und hatte nach knapp 20 Minuten zweimal die Chance, zum Ausgleich zu kommen. Loris Karius lenkte zunächst einen Schuss von Nolito an den Pfosten, ehe Ben Yedder das Tor nur knapp verfehlte.

In der 22. Minute gab es erneut Ecke für den LFC. Coutinho brachte den Ball diesmal auf Firmino, der per Kopf für Sadio Mané verlängerte, welcher mit einem sehenswerten Flugkopfball traf. Fast eine Kopie des 1:0! Jetzt übernahmen die Jungs endgültig die Kontrolle und nach einem Konter über Mané netzte Firmino mit No-Look-Schuss zum 3:0 ein. Der vorzeitige Einzug ins Achtelfinale schien gebucht.

Sevilla kam nach dem Seitenwechsel wie verwandelt aus der Kabine (am Mittwoch wurde bekannt, dass Trainer Berizzo seine Elf in der Pause über seine Krebserkrankung informiert hatte. Gute Besserung an dieser Stelle!). Nach Freistoß des in der zweiten Halbzeit überragenden Ever Banega verkürzte Torjäger Ben Yedder in der 51. auf 1:3. Knapp zehn Minuten später wurde der Franzose von Alberto Moreno im Strafraum gefoult und verwandelte sicher zum 2:3.

Jürgen Klopp reagierte nun direkt und nahm den nach zwei Fehlern völlig verunsichert wirkenden Moreno sowie Coutinho vom Platz. Für sie kamen Emre Can und James Milner, die das Spiel des LFC zunächst wieder beruhigen konnten. Offensiv fanden die Reds aber kaum mehr statt, die wenigen Konterchancen ließen Mo Salah, Can und Mané liegen.

Die Gastgeber hielten den Druck auch in der Schlussphase aufrecht und wurden in der Nachspielzeit belohnt. Nach einer Ecke in der Nachspielzeit kam Guido Pizarro frei zum Schuss und ließ Sevilla über einen späten, aber wenn man ehrlich ist, verdienten Punktgewinn jubeln.

„Ich habe mich furchtbar über die zweite Halbzeit aufgeregt und mich gefragt, wie wir das noch versemmeln konnten. Aber als ich las, was die Sevillaspieler in der Halbzeit erfahren haben, empfand ich nur noch Riesenrespekt. Fußball ist nicht alles und plötzlich ging es nicht mehr um uns, sondern um Sevilla.“ – Simla K. – Social Media Team

Einschätzung und Ausblick

Einmal mehr zeigte die Mannschaft ihre zwei Gesichter – Heavy Metal Football in der 1. Halbzeit und die offensichtlichen defensiven Schwächen nach dem Seitenwechsel. Deutlich wurde aber auch, dass die Abwehrschwäche nicht alleine der Viererkette angelastet werden darf. Wijnaldum und Henderson fanden in der Drangphase der Spanier zu keinem Zeitpunkt einen Zugriff auf Ever Banega, der das Spiel nach der Pause komplett dominierte. Besonders der Kapitän erwischte einen rabenschwarzen Abend. Die Hereinnahme von Can und Milner sorgte zwar für ein wenig mehr Stabilität, dennoch wurde der Mittelfeld-Battle klar verloren.

Nach zwei folgenschweren Fehlern kamen noch am Abend des Spiels die Kritiker von Alberto Moreno wieder hervor. Auch wenn die ersten beiden Gegentreffer auf die Kappe des Linksverteidigers gehen, sollte man nicht nach einer schwachen Leistung alles in Frage stellen, was Moreno diese Saison geleistet hat.

Das meiste Positive kann man sicherlich aus dem Angriffsspiel der Reds mitnehmen. Firmino hat seinen Killerinstinkt wiederentdeckt, Mané war stets brandgefährlich, wirkte aber gegen Ende hin etwas müde. Mo Salah zeigte eine gute Leistung, auch wenn er nicht an die Gala-Auftritte der vergangenen Wochen heranreichte.

Unterm Strich steht ein Auswärtspunkt beim stärksten Gruppengegner und eine immer noch sehr gute Ausgangslage auf das Erreichen der KO-Runde. Ein Unentschieden im letzten Vorrundenspiel gegen Spartak Moskau (nur 1:1 gegen Maribor) reicht zum Weiterkommen, mit einem Sieg ist man sicher Gruppensieger.

Für mich fühlt sich das in vielerlei Hinsicht wie eine herbe Niederlage (trotz Punktgewinn) für die Jungs, die Fans und den Club an. Das rückt allerdings jetzt auch alles schnell in den Hintergrund. Ich fühle mit dem erkrankten Trainer Berizzo. Alles andere ist jetzt erstmal unwichtig. Mit erhobenen Kopf auf Samstag schauen. – André V. – Vorsitzender Berlin Reds

Weiter geht es am Samstag (18:30 Uhr) mit dem nächsten Schlüsselspiel, wenn die Jungs den Chelsea FC in Anfield empfangen. Mit einem Sieg dort wäre der LFC im Kampf um Platz 2 gut im Rennen, die Blues liegen momentan in der Tabelle drei Punkte vor uns.

Up the Traveling Kop and #ForzaBerizzo

CA

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