Spielbericht – Der späte Ausgleich

Chelsea’s Joker bringt die Reds wieder spät um den Sieg

Ein später Gegentreffer durch den eingewechselten Brasilianer Willian kostete die Reds am Samstag einen so wichtigen Sieg gegen Meister Chelsea. Wir blicken noch einmal auf das Spitzenspiel zurück.

(Pic By LFC_Deutsch on Twitter)

Liverpool FC – Chelsea FC 1:1 (0:0)
53.225 Zuschauer

Tore:
1:0 Mohamed Salah (Vorlage Oxlade-Chamberlain, 65.)
1:1 Willian (Hazard, 85.)

 

Aufstellung:

Bereits vor dem Anpfiff gab es einige Überraschungen. Coach Jürgen Klopp wechselte im Vergleich zum 3:3 in Sevilla fünfmal. Erwartungsgemäß stand Simon Mignolet wieder im Tor, dafür musste Dejan Lovren verletzt passen. Für ihn kam Joel Matip nach kurzer Verletzungspause zurück in die Startformation.

Gini Wijnaldum musste seinen Platz im Mittelfeld für James Milner räumen und in der Offensive wurden überraschenderweise Sadio Mané und Roberto Firmino geschont. Alex Oxlade-Chamberlain und Daniel Sturridge liefen an ihrer Stelle auf. Eine mutige, aber im Hinblick auf das stramme Programm der kommenden Wochen verständliche Entscheidung vom Trainer.

Spielverlauf:

In der Anfangsphase merkte man beiden Teams an, dass sie unter der Woche auswärts in der Champions League unterwegs waren. Im Offensivspiel lief nicht viel, beide waren zunächst auf Absicherung bedacht.

Der LFC hatte zwar über die komplette erste Halbzeit mehr Ballbesitz, die besseren Chancen hatten aber zunächst die Blues. Mignolet konnte gegen Hazard und Alonso allerdings sicher parieren. Wenn die Reds dann doch mal den Abschluss fanden, war meistens Mohamed Salah involviert. Die beste Gelegenheit hatte der Ägypter vier Minuten vor der Pause, als er mit einer schönen Körpertäuschung Gary Cahill alt aussehen ließ und aus 18 Metern das Tor nur knapp verfehlte.

Im zweiten Durchgang zunächst ein ähnliches Bild: Liverpool mit mehr Ballbesitz, Chelsea versuchte es immer wieder mit Kontern. Zum Glück fehlte den Gästen aber in dieser Phase die Zielstrebigkeit.

Für die erlösende Führung sorgte nach 65 Minuten (wieder einmal) Mo Salah. Nach einer schönen Einzelaktion von Phil Coutinho landete der Ball über Oxlade-Chamberlain im Lauf des „King of Egypt“, der aus kurzer Distanz souverän einschieben konnte. Aus Respekt vor den knapp 300 Toten, die es in seinem Heimatland am Vortag bei einem Terroranschlag gegeben hatte, verzichtete Salah auf einen überschwänglichen Jubel.

Kurz darauf kam Wijnaldum für den weitestgehend unauffälligen Sturridge in die Partie, um dem Mittelfeld der Reds mehr Stabilität zu verleihen. Die Blues versuchten es nun viel mit langen Bällen in die Spitze, Matip und Ragnar Klavan konnten sie damit aber nicht in Verlegenheit bringen. Die beste Chance für den Meister vergab Marcio Alonso in der 82. Minute, als er einen Volleyschuss freistehend über das Tor von Mignolet beförderte.

Dass dennoch kurz darauf der Ausgleich fiel, war mehr Zufall als alles andere. Der zwei Minuten zuvor eingewechselte Willian erhielt in der 85. Minute den Ball von Hazard und setzte vom rechten Strafraumeck zu einer Flanke an. Der Ball wurde länger und länger, Mignolet streckte sich vergebens und das Leder schlug im LFC-Kasten ein.

In den Schlussminuten brachte Klopp den sichtlich angesäuerten Mané und gab Adam Lallana seine ersten Spielminuten in dieser Saison, es blieb aber letztlich beim 1:1.

Einschätzung und Ausblick:

An einem Wochenende, an dem Tottenham Punkte liegen ließ und Man United sowie Arsenal nur knapp gewinnen konnten, wäre ein Sieg gegen einen direkten Konkurrenten und letztjährigen Meister so wichtig gewesen. Der erneut spät gefallene Ausgleich, so glücklich der Treffer auch zustande kam, ist ein Rückschlag im Kampf um die Champions League Plätze, aber keiner, den man nicht verarbeiten könnte.

Gegen einen erwartet tief stehenden Gegner hatten die Jungs lange Probleme, sich Chancen zu erarbeiten. Besonders das Fehlen von Roberto Firmino machte sich deutlich bemerkbar, Sturridge konnte die Abwehr der Blues nie wirklich aus der Reserve locken. Nachdem Firmino und Mané in Sevilla müde gewirkt hatten, war die Pause für das Duo allerdings verständlich. In den fünf Wochen bis Jahresende werden sie noch genügend Spielzeit erhalten. 

Weiter geht es bereits am Mittwoch mit dem Auswärtsspiel beim Abstiegskandidat Stoke City. Die Potters mussten am Samstag eine 2:1-Niederlage bei Schlusslicht Crystal Palace einstecken und suchen noch nach ihrer Form. Mehr zum anstehenden Spiel lest ihr am Dienstag in unserem Vorbericht.
Wir gehen jetzt erstmal Michael Oliver fragen, wieso er ein Urteil über unsere Auswechslungen fällt. Das gehört sicherlich nicht zu seinem Aufgabenfeld.

CA

 

 

 

 

 

 

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