Saisonrückblick – Teil 1: Das Ende ist der Anfang

Der große Saisonrückblick

Die Saison 2017-2018 ist vorbei und während die Jungs sich in den wohlverdienten Urlaub bzw fleißig in die WM Vorbereitungen gestürzt haben wagen wir den Blick zurück auf eine Saison voller Höhen und Tiefen – mal wieder.
Parallel läuft für unseren Scouserfunk Podcast eine Umfrage durch die ihr uns euer Bild und Meinung der Saison mitteilen könnt. Folgt diesem Link und werdet Teil des Saisonrückblicks: https://goo.gl/forms/rf5xhYFKyxCrNcMv2

Teil 1: Das Ende ist der Anfang ist das Ende

… Es ist unmöglich die Saison zu sezieren und zu bewerten ohne auf das Ende zu schauen. Das Champions League Finale gegen Real Madrid war nicht das Ende, dass sich viele erhofft und erträumt haben. Für viele war es auch aufgrund der Geschehnisse von einigen Akteuren auf dem Platz eine sehr bittere Erfahrung und rückt die Saison vielleicht sogar in ein Licht, dass die Leistungen der Mannschaft und einzelner Spieler verfälscht. Was nehmt ihr von diesem Ende und dem Weg dorthin mit?

Dominik R.: Mein Fazit der Saison ist mit einem Wort genannt: Fantastisch! Ich hatte schon lange nicht mehr so viel Spaß mit meinem Club wie vor allem in der zweiten Halbzeit der Saison. Nun gut, es war tatsächlich auch die Saison, in der ich endlich zum ersten mal in Anfield war – im letzten Spiel der Saison, dem spaßigen 4:0 gegen Brighton – was diesen Saisonabschluss eben auch nochmal ganz besonders für mich macht.

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Und auch im Champions League Finale – und da werden sich sicher jetzt viele verwirrt an den Kopf fassen – hatte ich sehr viel Spaß. Fakt ist, wir sind eine sehr junge Mannschaft, deren Abwehrboss erst Mitte der Saison ins Team geworfen wurde. Die Jungs spielen in der Konstellation also noch nicht lange zusammen und haben trotzdem 30 Minuten lang ein Team schwindelig gespielt, das gefühlt mittlerweile seit 300 Jahren in dieser Konstellation zusammen spielt und auch alters- und vor allem erfahrungstechnisch auf der Höhe ihres absoluten Erfolgs (und hoffentlich Zenits) steht. Und wie gut waren bitte die jungen Alexander-Arnold und Robertson?! Die Fehler waren doof, aber das Wichtigste für mich war, dass nach Karius 2. Fehler sofort von tausenden Fans das „You’ll Never Walk Alone“ angestimmt wurde – und das ist es, was Liverpool für mich ausmacht, solche Erinnerungen sind mir fast schon mehr Wert als der Sieg. Lieber stolz und respektvoll wie Liverpool verlieren, als wie Real Madrid zu gewinnen. Das Finale war also eine passende Zusammenfassung unserer Saison: Es hat sehr viel Spaß gemacht, es war sehr emotional, wir haben teilweise unfassbar gut gespielt, aber leider einige Fehler gemacht, die uns am Ende den Titel gekostet haben, aber wir arbeiten daran. The Future looks bright, ich kann kaum die neue Saison abwarten, deshalb: Fantastisch!

David G. : Es war eine Wahnsinns-Saison. Mit dem Champions League Finale habe ich echt nicht gerechnet. Nach den beiden Spielen gegen Manchester City hatte ich aber auf jeden Fall das Gefühl, dass da noch mehr geht. Es gab viele „Ups and Downs“, vor allem die typischen Liverpool Spiele gegen die vermeintlich kleinen Gegner waren sehr nervenaufreibend. Am Ende konnte man aber ganz gut sehen das mit Einsatz und Teamgeist viel erreicht werden kann.

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Christian A. : Ja, die Niederlage in Kiew war bitter und wird einigen Fans und sicher auch dem ein oder anderen Spieler noch lange nachhängen. Ja, so nah werden unsere Jungs unter Umständen nie mehr an den wichtigsten Titel im Vereinsfußball herankommen. Ja, am Ende steht man erneut ohne Titel da.
Aber all das sollte nicht davon ablenken, wie weit der LFC in den knapp drei Jahren mit Jürgen Klopp als Trainer gekommen ist. Der Deutsche übernahm im Herbst 2015 ein Team, das defensiv anfällig und im Offensivspiel abhängig von der Form und den Geistesblitzen eines Phil Coutinho war und weit davon entfernt war, Angst und Schrecken beim Gegner zu verbreiten.
Fast Forward ins Frühjahr 2018: Virgil van Dijk, ausdrücklicher Wunschspieler von Klopp, hat der Abwehr die lange vermisste Stabilität gegeben, Andy Robertson und Trent Alexander-Arnold füllen die jahrelang als Problemzonen geltenden Außenpositionen in der Viererkette mit Leben, Coutinho ist nach Barcelona gewechselt und wurde von einem unglaublichen Offensivtrio ersetzt, bei dessen purer Erwähnung Verteidiger europaweit in Angstschweiß ausbrechen.
Auf dem Weg nach Kiew zogen unsere Jungs eine Schneise der Verwüstung durch Europa und erzielten 40 Tore (46 inkl. Qualifikation) und ließen Schwergewichten wie dem zweimaligen Europacupsieger FC Porto oder dem souveränen englischen Meister Manchester City nicht den Hauch einer Chance.
Beim Endspiel in Kiew ging dann leider ungefähr alles schief, was hätte schief gehen können. Nach starker Anfangsphase der Reds musste Mo Salah den Platz in der 30. Minute mit einer Schulterverletzung verlassen, Loris Karius erwischte (offenbar ausgelöst durch einen Ellenbogenschlag von Sergio Ramos und eine davon verursachte Gehirnerschütterung) den schwärzesten Tag seiner Fußballkarriere und Gareth Bale erzielte eines der schönsten Tore, das man je in einem Finale gesehen hat.

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An diesen 90 Minuten sollte man im Rückblick allerdings nicht eine ganze Saison festmachen, die uns so viele atemberaubende Momente beschert hat. Die beiden Heimsiege gegen City, das 5:2 im Halbfinal-Hinspiel gegen die Roma, Traumtor auf Traumtor von Mo Salah und nicht zuletzt die tollen Erinnerungen, die wir als Fans in den wilden Europacup-Nächten gemacht haben.
Klar stehen wir am Ende ohne Titel da, ich persönlich glaube aber weiterhin an dieses Team und an den Weg, den Jürgen Klopp vor knapp drei Jahren eingeschlagen hat. Daran kann auch eine bittere Nacht von Kiew nichts ändern.

Richard K. : Das verlorene Champions League Finale hat für mich schon einen bitteren Nachgeschmack. Wieder blieb uns der Erfolg kurz vor dem Ziel verwehrt. Aber die positiven Erlebnisse auf dem Weg ins Finale kann mir keiner wegnehmen. Die Art und Weise, wie wir sowohl in Europa gegen die Großen der Fußballwelt, als auch in der heimischen Liga gegen die etwas schwächeren Teams gespielt haben, löste in mir eine wahre Euphoriewelle aus. Einige Spiele schaute ich mir mit Freunden an, die mit Fußball nichts am Hut haben. Sie haben sich von unserer aufregenden Spielweise und der genialen Stimmung bei Heim- und Auswärtsspielen ein bisschen anstecken lassen. Es erfüllt jeden Fan mit Stolz, wenn man sein Team von seiner besten Seite aus neuen Leuten vorstellen kann. Das zeigt: Liverpool begeistert nicht nur die eigenen Fans, sondern auch die neutralen Zuschauer auf der ganzen Welt.

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Wir sind wieder eine Topmannschaft! Der Teamgeist innerhalb der Mannschaft ist so deutlich spürbar wie noch nie. Ich habe auch den Eindruck, dass sich Fans und Mannschaft extrem nahe stehen. Näher, als in den Jahren zuvor. Da braut sich etwas Wunderbares zusammen…

Teil 2 – „Transfers“ folgt.

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