Finanzreport CL/PL 2018

LFC Family Football Money League – Einnahmen des LFC in CL und PL

Die Saison 2017/2018 ist nun mit dem Champions League Finale endgültig Geschichte, doch das heißt noch lange nicht, dass wir uns deswegen ausruhen könnten. Der 60 Mio Transfer von Nabil Keita von RB Leipzig zum Liverpool FC stand ja bereits seit längerem fest, jedoch hat sich direkt eine Woche nach der Niederlage im Champions League Finale bereits der zweite Top Transfer auf die Listen jedes Transfertickers der Welt geschrieben: Fabinho kam für 45 Mio Euro vom AS Monaco. Insgesamt hat der Verein damit bereits Spieler mit einem geschätzten Marktwert von 105 Mio Euro gekauft – Für 105 Mio Euro.

Embed from Getty Images

In Zeiten dieser überdrehten Transfersummen absolut solide Arbeit, jedoch sind 105 Mio Euro auch für den entsprechenden Gegenwert immer noch sehr viel Geld. Kann sich der Liverpool FC denn solche Transfers überhaupt leisten? Werfen wir also mal einen Blick auf die geschätzten Einnahmen aus der Champions League und der Premier League der nun abgeschlossenen Saison um diese Frage zu beantworten.

Warnung: Die folgenden Zahlen sind Schätzungen und Hochrechnungen aus den Informationen die bisher zu diesen Umsätzen zur Verfügung stehen, sowie Teilweise der Umrechnung von Pfund auf Euro zum aktuellen Währungskurs. Wir garantieren nicht für die absolute Richtigkeit aller aufgeführten Finanzen.

Die Champions League

In der Saison 2017/18 der Champions League schüttete die UEFA dieses Jahr insgesamt Gelder in Höhe von 1,3189 Milliarden Euro aus. Diese Gelder werden über verschiedene Regelungen an die jeweiligen Teilnehmer der Champions League verteilt – Sowohl den Teams, die in der Qualifikation, als auch dem späteren Turnier teilgenommen hatten. Grob lassen sich diese Gelder vor allem in 2 Geldpools einteilen:

Embed from Getty Images

761,9 Millionen Euro wird als „Fixed Amount“ bezeichnet. Diese Gelder werden je nach erreichter Platzierung im Turnier, sowie Leistungsorientierten Boni (also in etwa Siegprämien) verteilt.
Der zweite Teil ist mit etwa 507 Millionen Euro der sogenannte „Market Pool“. Diese Gelder entstammen den Einnahmen der Vermarktung der Übertragungsrechte durch die Uefa und werden über einen festen Schlüssel an die einzelnen teilnehmen Ligen verteilt – und innerhalb dieser Ligaunterteilung dann erneut über die Anzahl der Spiele der jeweiligen Vereine dieser Ligen gebrochen.
Wer mehr über den recht komplexen Verteilungsschlüssel der Gelder für die Champions League durch die Uefa erfahren möchte, dem können wir nur den ausgezeichneten Artikel von TotalSportek dazu empfehlen  https://www.totalsportek.com/money/uefa-champions-league-prize-money/ 

Embed from Getty Images

Liverpool selbst bekommt aus dem mit den 4 anderen englischen Teilnehmern dieser Champions League Saison geteilten Topf des Market Pools insgesamt 31,6 Mio Euro. Hinzu kommen noch die Einnahmen des Fixed Amounts, die dank Erreichen des Finales diese Saison recht hoch ausfallen.
Hier erhält der Verein zuerst einmal 12,7 Millionen Teilnahmebonus und zusätzliche 2 Millionen durch die Qualifikation durch Playoffs. 3 Siege und 3 Unentschieden in der Gruppenphase bringen 6 Mio Euro ein, ebenso wie der Sieg im Achtelfinale, der erneut 6 Mio an Einnahmen generiert. Durch den Sieg des Viertelfinales kommen noch einmal 6,5 Mio hinzu, sowie 7,5 Mio für den Sieg im Halbfinale. Ein Sieg im Finale hätte noch einmal 15,5 Mio Euro eingebracht, die Niederlage bringt jedoch auch schon eine Summe von 11 Mio Euro zusammen.

Embed from Getty Images

Damit kommt Liverpool in dieser Champions League Saison insgesamt auf Einnahmen über 83,3 Mio Euro. Zum Vergleich nahm der Champions League Sieger Real Madrid mit 90,8 Mio lediglich 7,5 Mio Euro mehr ein.

Die Premier League

Diese beeindruckenden Einnahmen werden jedoch von einem anderen Wettbewerb ganz klar in den Schatten gestellt: Der Premier League. Während Real Madrid als Sieger der Champions League ein Preisgeld von 90,8 Mio Euro erhält, bekommt West Bromwich Albion auf Platz 20. der abgelaufenen Premier League Saison ca. 108 Mio Euro.

Die Saison 2017/2018 ist dabei die letzte Saison unter dem beeindruckenden 3 Jahres Deal der Übertragungsrechte mit SkySports und BT Sports über etwa 5,875 Milliarden Euro in England. Mit den Einnahmen der internationalen Vermarktung der Übertragungsrechte kam die Premier League in den letzten 3 Jahren auf Einnahmen von etwa 9,7 Milliarden Euro – Wobei in etwa 2,8 Milliarden jährlich an Preisgeldern für die Premier League verwendet werden: Mehr als Doppelt soviel wie in der Champions League also.

Embed from Getty Images

Auch diese 2,8 Milliarden Euro Preisgeld werden ähnlich der Champions League durch einen bestimmten Verteilungsschlüssel an die Teilnehmer des Wettbewerbs ausgeschüttet. Hierbei wird zwischen „Domestic TV Money“ – Also dem Geld aus dem englischen TV-Deal – und „Oversees TV Money“ – also den Geldern aus der internationalen Vermarktung – unterschieden. Während die Gelder aus der internationalen Vermarktung in gleichen Teilen an die 20 Premier League Teilnehmer verteilt werden – womit jeder einen Anteil von etwa 53,7 Mio Euro erhält – werden die restlichen Gelder aus der heimischen Vermarktung in 3 Teile zerlegt: 50% werden ebenfalls gleich verteilt (ca. 43,4 Mio Euro pro Teilnehmer), 25% verteilen sich als sogenannte „Merit Base“ auf die jeweilige erreichte Platzierung in der Tabelle und die restlichen 25%, auch „Facility Fee“ genannt, entsprechen der Anzahl übertragener Spiele in der Saison.

Embed from Getty Images

Liverpool steht dabei mit Platz 3 in der Tabelle recht gut da und bekommt ca. 39,5 Mio Euro durch die „Merit Base“. Da insgesamt 25 Spiele übertragen wurden – Manchester United ist hier mit 31 übertragenen Spielen Spitzenreiter – erhält Liverpool zusätzlich noch etwa 35 Mio Euro aus der „Facility Fee“. Und zu guter Letzt kommt noch der Festbetrag aus dem geteilten Pool zusammen: In etwa 96,5 Mio Pfund – Ein Betrag der alleine schon unsere Einnahmen durch das Erreichen des Champions League Finales übersteigt.

Insgesamt kann Liverpool also Einnahmen in Höhe von etwa 171 Mio Euro durch die Premier League verrechnen. Auch hier zum Vergleich ergibt das zum diesjährigen Meister Manchester City mit deren etwa 178,5 Mio Euro Preisgeld lediglich eine Differenz von erneut 7,5 Mio Euro (Zufälle gibt‘s).

Embed from Getty Images

Für Liverpool selbst bedeutet das eine Steigerung von 4 Mio Euro im Vergleich zum Vorjahr: Zur Saison 2016/2017 nahm Liverpool als 4. Platzierter 167 Mio Euro ein. Doch betrachtet man dazu noch die 83,3 Mio Euro aus der Champions League ergeben sich mit einem Gesamtpreisgeld über beide Wettbewerbe Einnahmen in Höhe von etwa 254,3 Mio Euro. Betrachtet man dabei den Deloitte Football Money League Report von 2017, laut dem Liverpool einen Umsatz von 424,2 Mio Euro im Jahr 2017 vorzuweisen hat, ist das bereits über die Hälfte des Letztjährigen Umsatzes. Es kann also mit der Veröffentlichung des neuen Reports, der in etwa im Juni erwartet wird, eine ganz klare Steigerung der Umsätze des Liverpool FC erwartet werden.

Fazit

Die Antwort auf die Eingangs gestellte Frage ist also eindeutig. Ja, der Verein kann sich diese Transfers und sicher auch noch ein paar mehr die im Laufe des Transferfensters folgen werden leisten. Wie man bereits diese Saison auf dem Feld oft genug sehen konnte, bleibt also auch bei einem Blick abseits des Feldes auf die Finanzen des Clubs ein ganz klares Fazit zu ziehen: The Future Looks Bright. Die Zukunft für den LFC sieht vielversprechend aus und die neuen finanziellen Mittel werden bereits genau für das verwendet, für das man sie verwenden sollte: Transfers und Infrastruktur um das Team und den Club zu verstärken.

Quellen:

https://www2.deloitte.com/uk/en/pages/sports-business-group/articles/deloitte-football-money-league.html#

UEFA Champions League Prize Money 2018 (Winners to earn upwards of €100 million)


https://www.totalsportek.com/money/premier-league-prize-money/

Verfasst von Dominik Kress

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .